Da kommt ein kleines, schlaues Buch, schmeichelt sich durch sein gutes Aussehen und seine hochwertige Produktion bei uns ein und bürstet direkt auf den ersten paar Seiten des Lesers ordentlich zurecht ondulierte Gehirnwindungen auf Links.
“Der Imperator im Damensattel” ist kein Ratgeber wohlfeiler Allgemeinwahrheiten, sondern eine Art Hobel, mit dem man seine geradlinig verkrusteten Standardlösungswege von der Patina befreit, die sie im Laufe des Berufslebens ansammeln. Jedes besprochene Thema wird ebenso wortstark wie effizient auf den Kern seines Wesens reduziert. Anschließend werden neue Lösungswege aufgezeigt. Soviel Gegenwind verträgt vielleicht nicht jeder Leser, aber ich kann versichern, das intellektuelle Reizklima zeigt heilende Wirkung.
Kurze prägnante Formulierungen laden zum Nachdenken und vielleicht sogar Widersprechen ein. Dadurch wird das Buch auch (oder vielleicht sogar gerade) für Leser abseits der echten Kreativbranche interessant, wie Software Entwickler oder IT Projektleiter. Das allermeiste läßt sich eins zu eins auf andere Wirkungskreise übertragen. Dafür und für die unterhaltsamen Stunden Lektüre möchte ich dem Autor Volker Remy danken. Dem Leser dieses Blogs sei das Buch wärmstens empfohlen, ich werde es wohl auch noch häufiger zur Hand nehmen, wenn ich wieder mal das Gefühl habe, mich im Kreis aus Problem und offensichtlicher aber nicht gefallender Lösung zu drehen.