Ich hab jetzt eine Bento Box!

Da ich nicht mehr so viel beim Kunden in die Kantine gehen wollte, dachte ich mir, ich benötige ein standesgemäßes Transportgerät für mein Lunch. Heraus gekommen ist dabei das hier:

So sieht sie zusammen gesetzt aus

So sieht sie zusammen gesetzt aus

Das gute Stück gabs für sensationelle 12,50 € bei der HEMA in Holland. Wenn man dann noch bedenkt, daß ich die Farbe klasse finde, kanns doch gar nicht besser sein oder?

Und so auseinander genommen

Und so auseinander genommen

Ja warum wird Er dann gerettet?

Ein Artikel von Juli Zeh in der Welt vom 19.12., auf den ich dank Twitter (vielen Dank an Herrn @haekelschwein) erst aufmerksam wurde, beschreibt ein Bildungsdilemma in Deutschland, das seinen jüngsten Ausdruck in der Studienreform findet: dem Staat sind schnell studierende “leistungsfähige” Absolventen wichtiger als gebildete. Der Artikel findet auch im Alltag viele Anhaltspunkte hierfür (in der Werbung sieht man erfolgreiche Menschen, die leistungsfähig sind, weil sie das Richtige essen, trinken oder sich ins Gesicht schmieren), es läuft also auf einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel hinaus.

Das erinnerte mich an eine Episode aus meinem alten Lateinbuch. Dort waren zur Unterhaltung und Horizonterweiterung schon mal kleine Texte zwischen die Lektionen gestreut. Eine davon berichtet von einem lange vergessenen Krieg, in dem eine Armee geradezu hoffnungslos eingekesselt ist und ihrem offensichtlichen Tod entgegen kämpft. Nur ein Bote wird durch die Anstrengung aller anderen noch durch die feindlichen Linien kommen. Man wählt einen jungen Mann mit gestähltem Körper aus, der dann ins Zelt des Kommandanten gerufen wird. Dieser begrüßt ihn mit den Worten:

“Junger Mann, wenn Sie zum Feldmarschall kommen, sagen Sie ihm: Ὦ ξεῖν᾿, ἀγγέλλειν Λακεδαιμονίοις ὅτι τῇδε / κείμεθα τοῖς κείνων ῥήμασι πειθόμενοι.”

Der Rekrut schaut ihn verständnislos an. Der Kommandant wiederholt daraufhin in Latein:

“Dic hospes Spartae nos te hic vidisse iacentes, dum sanctis patriae legibus obsequimur.”

(Epigramm von Simonides auf der Grabstele des Leonidas an den Thermopylen: “Wanderer, kommst du nach Sparta, verkünde dort, du habest uns hier liegen sehen, wie das Gesetz es befahl.)

Der Soldat schaut wieder irritiert. Der Kommandant schüttelt darauf den Kopf und meint: “Das versteht Er auch nicht? Ja warum wird Er dann gerettet?”

Sagte ich schon, daß ich gemalt wurde?!?

Wer sich ein wenig mit Social Media und hier spezieller mit Twitter beschäftigt, der kennt Michaela von Aichberger (aka @frauenfuss).

Wer sie nicht kennt oder kein Interesse an Twitter hat, sollte sich ihre Webseite trotzdem zu Gemüte führen, weil sie nicht ganz zufällig eine hervorragende Grafikerin und Künstlerin ist.

Michaela hat vor geraumer Zeit das Projekt “Ich male meine Follower”, kurz #immf, ins Leben gerufen. Dabei entwirft sie anhand der Aussagen und Profile ihrer Foolower kleine Psychogramme, die sich in wunderbaren kleinen Zeichnungen in Moleskine Notizbüchern niederschlagen.

Da sich nun schon eine erklekliche insgesamt 3-stellige Zahl von Bildern zusammen gefunden hat und das Interesse von Medien, Kunstfreunden und Twitterern groß ist, war die nächste logische Konsequenz, eine Auswahl dieser Bilder reproduziert, schön gerahmt in einer Ausstellung zu präsentieren.

So entstand die #immf-Wanderausstellung, die vor einiger Zeit in Nürnberg und aktuell in Köln im Kulturbunker in Mülheim zu bewundern ist, von wo aus sie im Januar noch nach München und im Februar und März nach Hamburg reist. Begleitet werden die Ausstellungen von einem reichhaltigen kulturellen Programm aus Lesungen, Workshops und Musik. Über die Termine in Köln kann man sich hier informieren.

Bei der Ausstellungseröffnung in Köln war am Samstag Abend u.a. das Aachener WDR-Studio zu Gast, da einer der Aachener Twitterer quasi live gezeichnet werden sollte, nämlich ich :) Das Ergebnis sieht man übrigens hier.

Wie man sich vorstellen kann, war ich alleine schon aufgrund der Aussicht, von Michaela gemalt zu werden völlig aus dem Häuschen (und möchte mich hiermit noch einmal bei ihr bedanken!). Dazu dann noch in einer TV Sendung zu erscheinen, machts nicht besser. Hier muß ich mich aber bei der ausgesprochen charmanten @ilukayamba bedanken, die uns Laien so meisterlich in Szene zu setzen wußte, daß inzwischen sogar einsLive den Beitrag hier featurete (schreibt man das so?).

Ja, und was soll ich sagen? Ich war aufgeregt, hab viele alte und neue Bekannte getroffen und mich wie ein Depp benommen. Also eigentlich alles wie immer :)

Wer sich einen Eindruck von der Atmosphäre und den netten Leuten machen möchte, sei auf die hervorragenden Photos des nicht minder hervorragenden Photografen und Ehemannes von Michaela, Michael von Aichberger verwiesen, die hier zu finden sind. Darüber hinaus gibt es noch schöne Bilder im Flickr-Album von Herrn @pauneu.

Und natürlich haben schon einige Anwesende interessante Blog-Postings dazu geschrieben, der Einfachheit halber hier als Aufzählung:

http://jekylla.wordpress.com/2009/12/14/frau-frauenfuss-hat-mich-aufgehangt/
http://www.rot-auf-weiss.de/
http://community.oreilly.de/blog/2009/12/14/follower-malen/
http://blog.rhein-zeitung.de/?p=4561

Speziell bedanken möchte ich mich noch für nette, wenn auch teilweise sehr kurze Gespräche neben den schon erwähnten Personen bei den folgenden Twitterern, die allesamt regen Follower- und Lesezuspruch verdienen:

Der Imperator im Damensattel

Da kommt ein kleines, schlaues Buch, schmeichelt sich durch sein gutes Aussehen und seine hochwertige Produktion bei uns ein und bürstet direkt auf den ersten paar Seiten des Lesers ordentlich zurecht ondulierte Gehirnwindungen auf Links.
“Der Imperator im Damensattel” ist kein Ratgeber wohlfeiler Allgemeinwahrheiten, sondern eine Art Hobel, mit dem man seine geradlinig verkrusteten Standardlösungswege von der Patina befreit, die sie im Laufe des Berufslebens ansammeln. Jedes besprochene Thema wird ebenso wortstark wie effizient auf den Kern seines Wesens reduziert. Anschließend werden neue Lösungswege aufgezeigt. Soviel Gegenwind verträgt vielleicht nicht jeder Leser, aber ich kann versichern, das intellektuelle Reizklima zeigt heilende Wirkung.
Kurze prägnante Formulierungen laden zum Nachdenken und vielleicht sogar Widersprechen ein. Dadurch wird das Buch auch (oder vielleicht sogar gerade) für Leser abseits der echten Kreativbranche interessant, wie Software Entwickler oder IT Projektleiter. Das allermeiste läßt sich eins zu eins auf andere Wirkungskreise übertragen. Dafür und für die unterhaltsamen Stunden Lektüre möchte ich dem Autor Volker Remy danken. Dem Leser dieses Blogs sei das Buch wärmstens empfohlen, ich werde es wohl auch noch häufiger zur Hand nehmen, wenn ich wieder mal das Gefühl habe, mich im Kreis aus Problem und offensichtlicher aber nicht gefallender Lösung zu drehen.

Enttarnung eines angeblichen Kulturguts

In einem sehr lesenswerten Blogartikel hat Ulrike Langer die letztlich von Hubert Burda geforderte Verwertungsabgabe von Suchmaschinen an Verlage als das enttarnt, was es ist: ein Ruf nach dem Staat, weil die Verlage es bisher nicht geschafft haben, ein gangbares Verwertungsmodell für ihre Inhalt zu finden. Suchmaschinen erfüllen (auch für Verlagswebseiten) eine wichtige und kostenlose Dienstleistung: die führen den Seiten Besucher zu. Um nichts anderes geht es im Web. Wenn ein Verlag dies nicht möchte ist es ein Leichtes, die Indizierung in Suchmaschinen zu unterbinden.

Und seien wir ehrlich: erstens ist fraglich, ob es so etwas wie Qualitätsjournalismus überhaupt gibt und zweitens wird dieser falls existent nicht von Verlagen sondern von Journalisten erbracht. Und gute Journalisten werden immer eine Publikationsmöglichkeit incl. des zugehörigen Verdienstes finden. Könnte nur sein, daß dies ohne die Verlagshäuser geschieht. Böse wäre ich darum nicht.

Was hilft eigentlich gegen MLM? MLM!

Vor längerer Zeit war ich beruflich häufiger in Nürnberg unterwegs. Da kam es dann vor, daß ich schon mal ein Stündchen in der DB Lounge des dortigen Hauptbahnhofs verbrachte. Wer die DB Lounges anderer Bahnhöfe kennt sollte nicht zu viel erwarten, die in Nürnberg ist winzig ;) Das bedeutet, man hört jedes Gespräch mit.

Da begab es sich dann eines Abends, daß ich Zeuge wurde, wie sich zwei MLM Typen unterhielten. Diese Menschen können ja anscheinend genetisch nicht anders, als anderen Leuten ihren Marketingsülz aufzudrücken, jedenfalls weiß ich seit diesem Tage, daß es auch für MLM’ler eine gerechte Strafe gibt: nämlich wenn sie aufeinander treffen.

Diese beiden Herren versuchten tatsächlich sich gegenseitig ihre Systeme zu verkaufen. Keiner der beiden erkannte, daß der andere gerade dasselbe machte. So haben die beiden bis zur totalen Erschöpfung aufeinander ein geredet. Ich mußte mich irgendwann ein Stück weg setzen, sonst hätte mir das Ohr angefangen zu bluten.

Ist doch schön, wenn sich Gier & Ignoranz so auf das trefflichste paaren oder? ;)

PS: Für die, die sich vielleicht nicht so damit auskennen: MLM steht für Multi-Level Marketing und bedeutet, daß man jedem, der nicht bei 3 auf einem Baum ist versucht etwas aus dem eigenen System aka ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen. Einen guten Artikel dazu gibt es auf Wikipedia. Viele MLM Systeme sind schneeballartig aufgebaut, was ihnen reichlich Kritik eingebracht hat.

Rückblick: ein Tag Home Office im April

Ich dachte mir, ich zeige mal, wie das so aussieht, wenn ich “Home Office mache”. Da hätten wir zunächst mal den Arbeitsplatz:

Wir nennen es Arbeitsplatz

Wir nennen es Arbeitsplatz

Das richtige Ambiente erreicht man natürlich nur durch eine korrekte Balkonbegrünung. Bei mir gehört da unbedingt immer Lavendel dazu:

Lavendel

Lavendel

Und irgendwas an Kräutern oder Gewürzen. Das ausgefalleste dabei sind momentan ein nicht sehr ansehnlicher Ananas-Salbei und dieses Wunderkraut hier, eine Pfefferminze, die (auch) nach Erdbeeren riecht:

Erdbeerminze

Erdbeerminze

Der Topf ist mittlerweile übrigens komplett “bewaldet” – Minze wächst wie die Hölle und sllte nur in Töpfen gezogen werden, da sie sich ähnlch wie Brennesseln durch kriechende Wurzelnetze ausbreitet.

Hallo Welt

Das wird jetzt einer dieser typischen “Dies ist der erste Eintrag in diesem Blog” Artikel. Hat die Welt alles schon gesehen, ne?

Dann verschone ich euch mal mit weiterem solchem Zeug ;)