Sagte ich schon, daß ich gemalt wurde?!?

Wer sich ein wenig mit Social Media und hier spezieller mit Twitter beschäftigt, der kennt Michaela von Aichberger (aka @frauenfuss).

Wer sie nicht kennt oder kein Interesse an Twitter hat, sollte sich ihre Webseite trotzdem zu Gemüte führen, weil sie nicht ganz zufällig eine hervorragende Grafikerin und Künstlerin ist.

Michaela hat vor geraumer Zeit das Projekt “Ich male meine Follower”, kurz #immf, ins Leben gerufen. Dabei entwirft sie anhand der Aussagen und Profile ihrer Foolower kleine Psychogramme, die sich in wunderbaren kleinen Zeichnungen in Moleskine Notizbüchern niederschlagen.

Da sich nun schon eine erklekliche insgesamt 3-stellige Zahl von Bildern zusammen gefunden hat und das Interesse von Medien, Kunstfreunden und Twitterern groß ist, war die nächste logische Konsequenz, eine Auswahl dieser Bilder reproduziert, schön gerahmt in einer Ausstellung zu präsentieren.

So entstand die #immf-Wanderausstellung, die vor einiger Zeit in Nürnberg und aktuell in Köln im Kulturbunker in Mülheim zu bewundern ist, von wo aus sie im Januar noch nach München und im Februar und März nach Hamburg reist. Begleitet werden die Ausstellungen von einem reichhaltigen kulturellen Programm aus Lesungen, Workshops und Musik. Über die Termine in Köln kann man sich hier informieren.

Bei der Ausstellungseröffnung in Köln war am Samstag Abend u.a. das Aachener WDR-Studio zu Gast, da einer der Aachener Twitterer quasi live gezeichnet werden sollte, nämlich ich :) Das Ergebnis sieht man übrigens hier.

Wie man sich vorstellen kann, war ich alleine schon aufgrund der Aussicht, von Michaela gemalt zu werden völlig aus dem Häuschen (und möchte mich hiermit noch einmal bei ihr bedanken!). Dazu dann noch in einer TV Sendung zu erscheinen, machts nicht besser. Hier muß ich mich aber bei der ausgesprochen charmanten @ilukayamba bedanken, die uns Laien so meisterlich in Szene zu setzen wußte, daß inzwischen sogar einsLive den Beitrag hier featurete (schreibt man das so?).

Ja, und was soll ich sagen? Ich war aufgeregt, hab viele alte und neue Bekannte getroffen und mich wie ein Depp benommen. Also eigentlich alles wie immer :)

Wer sich einen Eindruck von der Atmosphäre und den netten Leuten machen möchte, sei auf die hervorragenden Photos des nicht minder hervorragenden Photografen und Ehemannes von Michaela, Michael von Aichberger verwiesen, die hier zu finden sind. Darüber hinaus gibt es noch schöne Bilder im Flickr-Album von Herrn @pauneu.

Und natürlich haben schon einige Anwesende interessante Blog-Postings dazu geschrieben, der Einfachheit halber hier als Aufzählung:

http://jekylla.wordpress.com/2009/12/14/frau-frauenfuss-hat-mich-aufgehangt/
http://www.rot-auf-weiss.de/
http://community.oreilly.de/blog/2009/12/14/follower-malen/
http://blog.rhein-zeitung.de/?p=4561

Speziell bedanken möchte ich mich noch für nette, wenn auch teilweise sehr kurze Gespräche neben den schon erwähnten Personen bei den folgenden Twitterern, die allesamt regen Follower- und Lesezuspruch verdienen:

Der Imperator im Damensattel

Da kommt ein kleines, schlaues Buch, schmeichelt sich durch sein gutes Aussehen und seine hochwertige Produktion bei uns ein und bürstet direkt auf den ersten paar Seiten des Lesers ordentlich zurecht ondulierte Gehirnwindungen auf Links.
“Der Imperator im Damensattel” ist kein Ratgeber wohlfeiler Allgemeinwahrheiten, sondern eine Art Hobel, mit dem man seine geradlinig verkrusteten Standardlösungswege von der Patina befreit, die sie im Laufe des Berufslebens ansammeln. Jedes besprochene Thema wird ebenso wortstark wie effizient auf den Kern seines Wesens reduziert. Anschließend werden neue Lösungswege aufgezeigt. Soviel Gegenwind verträgt vielleicht nicht jeder Leser, aber ich kann versichern, das intellektuelle Reizklima zeigt heilende Wirkung.
Kurze prägnante Formulierungen laden zum Nachdenken und vielleicht sogar Widersprechen ein. Dadurch wird das Buch auch (oder vielleicht sogar gerade) für Leser abseits der echten Kreativbranche interessant, wie Software Entwickler oder IT Projektleiter. Das allermeiste läßt sich eins zu eins auf andere Wirkungskreise übertragen. Dafür und für die unterhaltsamen Stunden Lektüre möchte ich dem Autor Volker Remy danken. Dem Leser dieses Blogs sei das Buch wärmstens empfohlen, ich werde es wohl auch noch häufiger zur Hand nehmen, wenn ich wieder mal das Gefühl habe, mich im Kreis aus Problem und offensichtlicher aber nicht gefallender Lösung zu drehen.

Über Youtube zum Rockstar

Manchmal gibt es ja merkwürdige Geschichten. Wie zum Beispiel die von Matt Rach, der als 15-jähriger bei einer auf Youtube stattfindenden Aktion eine eigene Metal-Version von Pachelbels Canon auf einer E-Gitarre einspielte.  Mittlerweile ist er über 20 und professioneller Musiker – seinen Witz und seine unglaubliche Technik hat er aber immer noch. Prädikat: sehens- & hörenswert!

Enttarnung eines angeblichen Kulturguts

In einem sehr lesenswerten Blogartikel hat Ulrike Langer die letztlich von Hubert Burda geforderte Verwertungsabgabe von Suchmaschinen an Verlage als das enttarnt, was es ist: ein Ruf nach dem Staat, weil die Verlage es bisher nicht geschafft haben, ein gangbares Verwertungsmodell für ihre Inhalt zu finden. Suchmaschinen erfüllen (auch für Verlagswebseiten) eine wichtige und kostenlose Dienstleistung: die führen den Seiten Besucher zu. Um nichts anderes geht es im Web. Wenn ein Verlag dies nicht möchte ist es ein Leichtes, die Indizierung in Suchmaschinen zu unterbinden.

Und seien wir ehrlich: erstens ist fraglich, ob es so etwas wie Qualitätsjournalismus überhaupt gibt und zweitens wird dieser falls existent nicht von Verlagen sondern von Journalisten erbracht. Und gute Journalisten werden immer eine Publikationsmöglichkeit incl. des zugehörigen Verdienstes finden. Könnte nur sein, daß dies ohne die Verlagshäuser geschieht. Böse wäre ich darum nicht.